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zuletzt aktualisiert am 12. Dezember 2019

So viele Zahlen für so wenig Text – „Der Binärcode“

Was auf den ersten Blick für die meisten Menschen als eine wahllose Aneinanderreihung von Nullen und Einsen aussieht, ist tatsächlich eine Informationscodierung.

Aber warum ausgerechnet 0 und 1? In den 1930er Jahren bewies der US-amerikanische Mathematiker und Elektrotechniker Claude Shannon, dass es möglich ist, mit Schaltern, die entweder geschlossen für wahr oder offen für falsch sind, logische Operationen durchzuführen. Dabei ordnet man 1 und 0 so zu, dass 1 für wahr und 0 für falsch steht. Wer jetzt glaubt, dass er in seinem alltäglichen Leben darauf noch nie gestoßen ist, der irrt. Wer sich die An- und Ausschalter seiner Elektrogeräte genau anschaut findet sehr schnell ein Zeichen, das sich aus einer 1 (als Stich dargestellt) und einer 0 zusammensetzt. 1 Strom, 0 kein Strom. 1 an, 0 aus.

Mit dieser Informationscodierung funktionieren Computer. Es werden zwei Zustände verwendet, die durch die Ziffern 0 und 1 dargestellt werden, um die Informationen zu codieren.

Diese kleinste Informationseinheit aus 1/0 bzw. wahr/falsch bezeichnet man in der Informatik auch als „Bit“. Durch die logische Verknüpfung lassen sich komplexe, hochwertige Informationen abbilden. Wie dabei eine höherwertige Information abgebildet wird, ist durch den jeweiligen Code genau festgelegt. Die nächstgrößere Einheit ist dabei das Byte, die aus acht Bits besteht. Mit einem Byte kann ein Buchstabe oder eine Ziffer gespeichert werden. Dadurch wird die Lesbarkeit erheblich erleichtert, ähnlich wie das Erkennen der Tausender im Dezimalsystem durch einen Punkt. Im ASCII (Amerikanischer Standard-Code für Informationsaustausch) gilt 1000001 als „A“ und 1100001 als „a“. Für den Computer sind die Bitfolgen, für den Menschen die Buchstaben verständlicher.

Die Darstellung und Interpretation des Binärcodes ist aber nicht an ein bestimmtes Medium, wie den Computer, gebunden. Er ist überall dort einsetzbar, wo der Wechsel zwischen zwei Zuständen erzeugt und gemessen werden kann. So wäre es zum Beispiel möglich, Informationen binär mit Musik zu übertragen. Dabei stellt ein langer Ton 1 und ein kurzer Ton 0 dar. Aufgrund der geringen Datenübertragungsrate wäre diese Form der Informationsübertragung allerdings unsinnig.

Der Binärcode verfolgt demnach eine sehr logische Abfolge von Zahlen. Was auf den ersten Blick für die meisten Menschen als großes Durcheinander aussieht, ist also auf den zweiten Blick ein in sich stimmiges System mit einer logischen Abfolge.