Die Geschichte des Internets

zuletzt aktualisiert am 27. Februar 2020

Was vor nicht einmal 50 Jahren als kleines Projekt begann, ist heute etwas ganz Großes und hat unsere Gesellschaft maßgeblich geprägt. Die meisten Menschen können sich ihr Leben kaum noch ohne das Internet vorstellen. Wollen wir uns über ein bestimmtes Thema informieren, greifen wir direkt zu unserem Smartphone. Wir fragen unseren besten Freund “Google” und nehmen es als selbstverständlich, dass uns die Suchmaschine dann ein Ergebnis auf unsere Frage “ausspuckt”. Unvorstellbar für viele, wie man früher an Informationen, Wissen und die richtige Route zum nächsten Urlaub gekommen ist. Das Internet verbindet Menschen über den kompletten Globus in nur wenigen Sekunden. Doch wie genau hat sich alles dazu entwickelt?

 

Eine erste Form des Internets war das Arpanet, das Advances Research Projects Agency Network. Das Arpanet war ein Computer-Netzwerk, das ursprünglich ab 1968 im Auftrag der US Air Force von einer kleinen Forschungsgruppe unter der Leitung des Massachusetts Institute of Technology und des US-Verteidigungsministeriums entwickelt wurde. Mit dem Arpanet wurde ein dezentrales Netzwerk geschaffen. Zu Beginn waren aufgrund des experimentellen Charakters lediglich vier Universitäten miteinander verbunden, welche bereits für das Department of Defence forschten. Dieses revolutionäre dezentrale Konzept enthielt den grundlegenden Aspekt des heutigen Internets: eine einheitliche Kommunikation über weite Strecken hinweg. Dabei wurde die Verbindung allerdings noch mittels Telefonleitungen hergestellt.

1972 etablierte sich das Projekt des Verteidigungsministeriums. Es waren 37 teilnehmende Einrichtungen an das Netz angeschlossen waren, verteilt über die gesamten Vereinigten Statten von Amerika. Für die Universitäten brachte das Vorteile in der gemeinsamen Arbeit an Forschungsprojekten. Nachteil damals war, dass ausschließlich die Universitäten Zugang zum Arpanet hatten, die entsprechenden Verträge mit dem Verteidigungsministerium hatten. Die Kosten von 100.000 US-Dollar pro Jahr trugen ebenfalls zu einem geringen Aufkommen bei. Aus diesen Gründen konnten Privatanwender lange nicht über solche Netzwerke verfügen. Zusätzlich dazu kam, dass die Arpanet-Protokolle in ihren Möglichkeiten beschränkt waren. Eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Netzwerken war noch nicht möglich, die Übersetzungsmöglichkeit fehlte.

In der schwierigen Zeit während des Vietnamkriegs erlebte das Internet trotz alledem eine Weiterentwicklung, nämlich die Schaffung des TCP/IP-Protokolls.

1975 verfügte das Arpanet bereits über 61 Knoten – Ende der Siebziger wurde das Experiment beendet.

Ende der 1980er Jahre wurde im CERN in der Schweiz das World Wide Web erfunden und stellt die Grundlagen für den heutigen Hypertext dar. Bis 1996 waren 16 Millionen Rechner vernetzt, bis 1998 sogar 36 Millionen. Bereits 2003 hatte über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland einen Internetzugang.

Vor knapp zwanzig Jahren war nicht vorstellbar, was heute alles mit dem Internet möglich ist. An Smartphones hat damals noch niemand gedacht und heute wickeln wir alles darüber ab, egal ob Shopping, Recherche, Streaming oder E-Mail.

Heute ist auch oft von “Web 2.0” die Rede. Dieser Begriff wurde zum ersten Mal von dem Software Entwickler Tim O´Reilly benutzt. Vom Web 2.0 spricht man, wenn der Internet User zum Content Produzenten wird, also der Nutzer das Angebot mitgestaltet. Das Web 2.0 ist von Interaktion geprägt. Instagram, Facebook, Twitter & co. sind Teil des Web 2.0, da wir als Nutzer mit unseren Profilen und Accounts und somit mit unseren Daten die sozialen Plattformen mitgestalten. Ohne Nutzer, kein Inhalt!

Das Internet hat sich in sehr kurzer Zeit von einem anfänglichen experimentellen Projekt zu etwas entwickelt, dass für uns nicht mehr wegzudenken ist. Was zukünftig mit dem Internet möglich ist können wir uns jetzt noch nicht vorstellen. Aber dass die Kommunikation, das Teilen von Bildern oder das Streamen von Videos innerhalb weniger Sekunden möglich ist, hat vor 50 Jahren auch noch niemand für denkbar gehalten.